Taubheit und Kribbeln in den Händen könnten Anzeichen einer Multiplen Sklerose sein.Eine Multiple Sklerose äußert sich je nach betroffener Hirnregion mit unterschiedlichen Frühzeichen. Häufig komme es zu Beginn einer MS-Erkrankung zu Taubheit, Pelzigkeit oder Kribbeln an Händen und Füßen, erklärt der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN). "Daneben zeigen sich an den Händen oftmals Lähmungen und eine Beeinträchtigung der Feinmotorik", sagt der BVDN-Vorsitzende Frank Bergmann. Ein Drittel der Patienten erleben Sehstörungen als erste Anzeichen der MS-Erkrankung. "Betroffene sehen getrübt, wie durch eine Milchglasscheibe, oder es kommt zu einem Sehausfall im Zentrum des Blickfeldes." Patienten können dann auf einmal kleine Schriften nicht mehr lesen. Weitere häufige Frühsymptome sind rasche Ermüdung und Konzentrationsstörungen. Alle diese Symptome können laut Bergmann auch andere Ursachen haben. Dennoch sollte bei anhaltenden Beschwerden ein Facharzt aufgesucht werden. "Von den ersten Anzeichen der Erkrankung bis zur Diagnosestellung vergehen häufig noch immer über drei Jahre", sagt der Experte. Um eine geeignete Therapie einzuleiten, sei es jedoch wichtig, eine MS-Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Die Multiple Sklerose kann sehr unterschiedlich verlaufen. Bei einer milden Ausprägung ist sie im Alltag kaum spürbar, bei einer schweren Verlaufsform ist die körperliche und psychische Gesundheit erheblich beeinträchtigt. "Eine Heilung der Multiplen Sklerose ist zur Zeit nicht möglich, aber eine frühzeitig begonnene Therapie kann die Symptome lindern, den Verlauf verlangsamen und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessern", erläutert der Nervenarzt aus Aachen. In Deutschland leiden etwa 120 000 Menschen an Multipler Sklerose, Frauen sind von der Erkrankung häufiger betroffen als Männer. Die ersten Symptome treten meist im Alter von 20 bis 40 Jahren auf. MS ist die häufigste organische Erkrankung des Nervensystems. Die genauen Ursachen sind noch nicht bekannt. Quelle: dpa
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